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22. Aug. 2026·S-SHAPER Redaktion

Shapewear-Zertifikate in Deutschland: Was ist Pflicht?

Welche Shapewear-Zertifikate in Deutschland wirklich nötig sind: REACH, Textilkennzeichnung, OEKO-TEX und risikobasierte Prüfungen erklärt.

Shapewear-Zertifikate in Deutschland: Was ist Pflicht?
Inhaltsverzeichnis
  1. Quick answer: what evidence does shapewear need in the United Kingdom?
  2. Separate legal duties from voluntary certifications
  3. Check UK chemical and material-safety requirements
  4. Put OEKO-TEX STANDARD 100 in the right context
  5. Secure the fibre composition and UK textile labelling
  6. Test skin contact, colourfastness, elasticity and harmful substances
  7. Skin-contact and chemical risks
  8. Colourfastness
  9. Elasticity and recovery
  10. Durability and construction
  11. Avoid medical or health-related claims without the right assessment
  12. Verify test reports, validity and supplier scope
  13. Create a risk-based test plan for samples and bulk production
  14. FAQ: certificates and testing for shapewear
  15. Does shapewear need a UKCA mark?
  16. Is OEKO-TEX mandatory for UK shapewear?
  17. Do I need a certificate for the fabric composition?
  18. Can one test report cover all colours and sizes?
  19. What tests are most important for close-fitting shapewear?
  20. Can I describe a garment as medical compression?
  21. What should I request before asking for a quotation?

Für Shapewear, die in Deutschland verkauft wird, gibt es in der Regel kein einzelnes allgemeines Pflichtzertifikat. Entscheidend sind vielmehr mehrere Nachweise: eine korrekte Textilkennzeichnung, die Einhaltung der geltenden Chemikalien- und Produktsicherheitsanforderungen sowie belastbare Prüfberichte für die konkreten Materialien und Produktmerkmale.

Das gilt insbesondere für Marken, Händler, Distributoren und Einkaufsteams, die Kompressionswäsche, formende Bodys, Taillentrainer, Shorts oder andere eng anliegende Textilprodukte als OEM-, ODM- oder Private-Label-Projekt sourcen. Vor einer Angebotsanfrage sollten Produktart, Materialaufbau, Zielgruppe, Größenbereich, Claims, Verpackung und geplante Stückzahl feststehen. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Prüfungen und Dokumente für das konkrete Modell erforderlich sind.

Quick Answer: Welche Nachweise braucht Shapewear in Deutschland?

Für gewöhnliche Shapewear ohne medizinische Zweckbestimmung sollten Käufer mindestens folgende Punkte absichern:

  • Korrekte Faserzusammensetzung und deutsche Textilkennzeichnung
  • Nachweis zur Einhaltung relevanter REACH-Anforderungen
  • Prüfberichte zu Schadstoffen, abgestimmt auf Material, Farbe, Drucke, Beschichtungen und Zubehör
  • Prüfungen für Farbechtheit, Hautkontakt und mechanische Belastbarkeit, sofern das Produktdesign dies erfordert
  • Dokumentation von Größen, Maßen, Materialvarianten und Produktionsfreigaben
  • Belegbare Produkt- und Lieferantenunterlagen, die genau zum bestellten Modell, Farbton und Produktionsstand passen

OEKO-TEX STANDARD 100 kann ein wertiger freiwilliger Nachweis sein, ist aber nicht automatisch gesetzlich vorgeschrieben. Ebenso ersetzt ein OEKO-TEX-Zertifikat keine korrekte Kennzeichnung, keine vollständige Produktsicherheitsprüfung und keine Prüfung spezifischer Werbeaussagen.

Besondere Vorsicht gilt bei Aussagen wie „medizinische Kompression“, „lindert Rückenschmerzen“, „fördert die Durchblutung“ oder „hilft bei Lipödem“. Solche Claims können die regulatorische Einordnung verändern. Für medizinische Produkte oder gesundheitsbezogene Versprechen gelten andere Anforderungen als für normale formende Unterwäsche.

Gesetzliche Pflichten von freiwilligen Zertifikaten unterscheiden

Ein Zertifikat, ein Prüfbericht und eine Konformitäts- oder Lieferantenerklärung sind nicht dasselbe. Für die Beschaffung ist diese Unterscheidung wesentlich:

Dokument oder NachweisTypische BedeutungAllgemein für Shapewear verpflichtend?
TextilkennzeichnungAngabe der Faserzusammensetzung und weitere erforderliche VerbraucherinformationenJa, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind
REACH-bezogene Material- oder PrüfunterlagenUnterstützung beim Nachweis chemischer KonformitätDie Pflichten gelten; ein bestimmtes Zertifikatsformat ist meist nicht vorgeschrieben
SchadstoffprüfberichtLaborbericht für definierte Proben und TestparameterNicht als pauschales Zertifikat, aber risikobasiert sehr relevant
OEKO-TEX STANDARD 100Freiwillige textile Sicherheitszertifizierung nach dem jeweiligen ZertifikatsumfangNein
LieferantenerklärungBestätigung des Lieferanten zu bestimmten Eigenschaften oder AnforderungenInhalt und Beweiskraft projektabhängig
Medizinische DokumentationErforderlich, wenn das Produkt tatsächlich als Medizinprodukt oder mit entsprechender Zweckbestimmung vermarktet wirdNur bei entsprechender Einordnung

Ein häufiger Fehler ist die Suche nach einem „Shapewear-Zertifikat“, das sämtliche Pflichten abdeckt. Ein solches universelles Dokument gibt es normalerweise nicht. Ein seriöses Compliance-Paket besteht stattdessen aus mehreren miteinander verknüpften Unterlagen.

Für ein konkretes Projekt sollte der Lieferant bestätigen:

  1. Auf welches Modell und welche Materialzusammensetzung sich der Nachweis bezieht.
  2. Ob alle Farben, Drucke, Beschichtungen und Zubehörteile eingeschlossen sind.
  3. Wann und an welcher Probe geprüft wurde.
  4. Nach welcher Prüfmethode und in welchem Labor die Prüfung erfolgte.
  5. Ob das Dokument für die geplante Serie oder nur für ein Entwicklungsmuster gilt.
  6. Welche Änderungen eine erneute Prüfung auslösen.

Allgemeine Informationen zur praktischen Qualitätssicherung bei Textilprojekten finden Sie in der Übersicht zur Qualitätssicherung für Shapewear-Projekte.

REACH-Anforderungen für Materialien, Farben und Zubehör prüfen

REACH ist keine freiwillige Qualitätsauszeichnung, sondern ein europäischer Rechtsrahmen für chemische Stoffe. Für Shapewear sind insbesondere Stoffe relevant, die in Fasern, Elastan, Farbstoffen, Druckfarben, Beschichtungen, Klebstoffen, Metallteilen oder Kunststoffzubehör vorkommen können.

Bei eng anliegender Kleidung sollte die Prüfung nicht auf den Hauptstoff beschränkt werden. Je nach Konstruktion können zusätzlich relevant sein:

  • Elastische Bänder und Gummifäden
  • Silikonstreifen oder rutschhemmende Beschichtungen
  • Drucke, Transferlogos und Pflegeetiketten
  • Haken, Ösen, Verschlüsse und Zierteile
  • Klebstoffe bei nahtarmen oder verklebten Konstruktionen
  • Verpackungselemente mit direktem oder längerem Produktkontakt

Ein Lieferant sollte für jede relevante Materialvariante eine nachvollziehbare Materialliste bereitstellen. Sinnvoll ist eine Zuordnung nach:

  • Materialname und Funktion
  • Faseranteilen
  • Lieferant oder Materialquelle
  • Farbcode
  • Beschichtung oder Ausrüstung
  • Einsatzbereich im Produkt
  • Änderungen zwischen Muster und Serie

Ein Prüfbericht belegt immer nur den untersuchten Probenzustand. Wird der Stofflieferant, Farbton, Druck, Garn, Klebstoff oder Zubehörteil geändert, kann der alte Bericht seine Aussagekraft verlieren. Käufer sollten deshalb nicht nur nach einem PDF fragen, sondern nach dem Geltungsbereich des Dokuments.

Auch eine Aussage wie „REACH-konform“ sollte präzisiert werden. Fragen Sie, ob damit eine Lieferantenerklärung, eine Laborprüfung, eine interne Materialfreigabe oder eine Kombination aus mehreren Nachweisen gemeint ist. Für die Marktüberwachung muss die Dokumentation zum tatsächlich verkauften Produkt passen.

OEKO-TEX STANDARD 100 richtig einordnen

Der OEKO-TEX STANDARD 100 ist eine freiwillige textile Sicherheitszertifizierung. Sie kann für Marken und Händler ein verständliches Signal sein, dass definierte textile Bestandteile nach einem bestimmten Zertifizierungssystem auf Schadstoffe bewertet wurden.

Der Name allein reicht jedoch nicht aus. Vor der Verwendung in Produktbeschreibung, Verpackung oder Marketing sollten Sie prüfen:

  • Welche Zertifikatsnummer angegeben ist
  • Auf welchen Artikel oder welche Materialkomponenten sich das Zertifikat bezieht
  • Ob der Zertifikatsumfang die konkrete Farbe und Ausführung einschließt
  • Ob das Zertifikat zum aktuellen Gültigkeitszeitraum passt
  • Ob das fertige Produkt oder nur ein Vormaterial zertifiziert ist
  • Ob die Nutzung des Zeichens und der Werbeaussage zulässig ist

Bei mehrteiligen oder technisch aufwendig konstruierten Produkten kann der Zertifikatsumfang entscheidend sein. Ein zertifizierter Hauptstoff bedeutet nicht automatisch, dass auch Drucke, Nähgarne, Silikon, Verschlüsse oder andere Komponenten im selben Umfang abgedeckt sind.

OEKO-TEX ersetzt außerdem nicht die Textilkennzeichnung. Die Faserangaben müssen unabhängig davon korrekt sein. Ebenso ersetzt das Zertifikat nicht automatisch Prüfungen zur Maßhaltigkeit, Farbechtheit, Dehnung, Rückstellkraft oder Haltbarkeit.

Für die Einkaufsentscheidung ist daher folgende Frage hilfreicher als „Hat der Lieferant OEKO-TEX?“:

Deckt der vorgelegte Nachweis genau das bestellte Modell, die geplante Material- und Farbvariante sowie die vorgesehenen Komponenten ab?

Faserzusammensetzung und deutsche Textilkennzeichnung absichern

Shapewear muss in Deutschland mit einer korrekten Faserzusammensetzung gekennzeichnet werden. Die Angaben sollten den tatsächlich verwendeten Fasern entsprechen und in einer für den deutschen Markt geeigneten Form vorliegen. Handelsnamen, Marketingbegriffe oder interne Stoffbezeichnungen ersetzen die gesetzlich erforderlichen Faserbezeichnungen nicht.

Für die Freigabe sollten Einkauf und Produktentwicklung mindestens abgleichen:

  • Faseranteile des Oberstoffs
  • Futter- und Zwickelmaterialien
  • Unterschiedliche Materialzonen
  • Elastan- oder andere elastische Faseranteile
  • Sichtbare und funktionale Zusatzmaterialien
  • Abweichungen zwischen Muster, Größensatz und Serienproduktion

Bei mehreren Stofflagen muss die Kennzeichnung nicht einfach die Produktbezeichnung des Lieferanten übernehmen. Maßgeblich ist, welche textilen Fasern im fertigen Produkt enthalten sind und wie die jeweiligen Bestandteile rechtlich einzuordnen sind.

Auch Pflegeetikett, Größenangabe, Herkunftsangabe und Verpackungsinformation sollten vor der Serienfreigabe auf Konsistenz geprüft werden. Die Kennzeichnung muss zur Ware, zum Onlineshop und zur Verpackung passen. Unterschiedliche Faserangaben auf Produktseite und Etikett sind ein vermeidbares Compliance-Risiko.

Eine praktische Ergänzung zur Vorbereitung bietet der Leitfaden zur Textilkennzeichnung von Shapewear in Deutschland. Für die endgültige rechtliche Prüfung ist die aktuelle offizielle Rechtslage maßgeblich; dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Hautkontakt, Farbechtheit, Elastizität und Schadstoffe testen

Shapewear liegt oft über viele Stunden direkt auf der Haut und wird eng getragen. Deshalb sollte der Testplan nicht nur auf allgemeine Schadstoffe beschränkt werden. Die Risiken ergeben sich aus Material, Verarbeitung, Trageintensität und Produktversprechen.

Hautkontakt und chemische Belastung

Bei hautnahen Produkten sind Prüfungen auf relevante Schadstoffgruppen besonders naheliegend. Welche Parameter sinnvoll sind, hängt unter anderem von Faserart, Färbung, Druck, Beschichtung und Zubehör ab. Ein Labor oder qualifizierter Compliance-Partner sollte den Umfang auf Basis der konkreten Materialliste festlegen.

Wichtig ist, dass das Labor die richtige Probe erhält. Ein einzelnes schwarzes Muster kann nicht ohne Weiteres alle hellen, kräftigen oder beschichteten Farbvarianten repräsentieren. Bei Farbwechseln sollten Sie die Repräsentativität ausdrücklich dokumentieren.

Farbechtheit

Für Shapewear können Prüfungen zur Farbechtheit gegenüber verschiedenen Einflüssen relevant sein, beispielsweise:

  • Reibung
  • Schweiß
  • Waschen
  • Wasser
  • Licht, wenn die Nutzung dies nahelegt

Besonders bei dunklen Farben, kräftigen Kontrasten und Produkten mit hoher Reibung an Haut oder anderer Kleidung ist eine Freigabe anhand definierter Kriterien sinnvoll.

Elastizität und Rückstellkraft

Die formende Funktion hängt häufig von Dehnung und Rückstellverhalten ab. Eine pauschale Aussage wie „starker Halt“ ist ohne definierte Messmethode schwer vergleichbar. Für die Beschaffung sollten Sie festlegen:

  • Welche Körperzonen geformt werden sollen
  • Welche Maße am flach liegenden Produkt gelten
  • Wie stark sich das Produkt dehnen darf
  • Wie das Rückstellverhalten geprüft wird
  • Wie viele Waschzyklen für die Bewertung vorgesehen sind
  • Welche Toleranzen für verschiedene Größen gelten

Bei der Serienfreigabe sollten Muster aus mehreren Größen geprüft werden. Ein Produkt kann in einer mittleren Größe akzeptabel wirken, aber an den Randgrößen zu eng, zu locker oder instabil sein.

Nähte, Verschlüsse und Komfort

Auch bei schadstoffkonformen Materialien können Druckstellen, auflösende Nähte, scharfe Kanten oder sich lösende Applikationen zu Reklamationen führen. Für eng anliegende Produkte sind daher Trage- und Verarbeitungsprüfungen ein wichtiger Bestandteil der Qualitätsfreigabe.

Medizinische oder gesundheitsbezogene Claims vermeiden

Die Bezeichnung „Shapewear“ beschreibt zunächst eine formende oder körpermodellierende Funktion. Sie macht ein Produkt nicht automatisch zu einem Medizinprodukt. Entscheidend sind Zweckbestimmung, Produktgestaltung und die Art der Vermarktung.

Risikoerhöhend können Aussagen sein wie:

  • „behandelt Schmerzen“
  • „verbessert die Durchblutung“
  • „therapeutische Kompression“
  • „hilft bei Lipödem oder Lymphödem“
  • „verhindert Thrombosen“
  • „medizinisch wirksam“
  • „vom Arzt empfohlen“, wenn dafür keine belastbare Grundlage besteht

Auch Bilder, Verpackung, Produktname und Ratgebertexte können die Wahrnehmung der Zweckbestimmung beeinflussen. Ein Disclaimer allein neutralisiert nicht zwingend eine ansonsten medizinisch wirkende Vermarktung.

Vor dem Verkaufsstart sollten Claims deshalb in drei Gruppen eingeteilt werden:

  1. Form- und Passformclaims: etwa formend, glättend oder unterstützend.
  2. Komfortclaims: etwa nahtarm, atmungsaktiv oder für langes Tragen geeignet, sofern belegbar.
  3. Gesundheits- und Therapieclaims: nur nach gesonderter regulatorischer Prüfung.

Wenn ein Produkt tatsächlich für einen medizinischen Zweck entwickelt oder entsprechend beworben werden soll, braucht es eine eigenständige Prüfung der Einordnung und der daraus folgenden Anforderungen. Die hier genannten Shapewear-Nachweise sind dafür nicht ausreichend.

Prüfberichte, Gültigkeit und Scope des Lieferanten verifizieren

Ein Prüfbericht ist nur so belastbar wie seine Zuordnung zur bestellten Ware. Käufer sollten vor der Freigabe nicht nur das Ergebnis, sondern die Dokumentqualität kontrollieren.

Lieferanten-Checkliste für Nachweise

PrüffrageWas eine belastbare Antwort enthalten sollte
Welche Probe wurde geprüft?Modellnummer, Material, Farbe, Größe oder definierte Varianten
Wann wurde geprüft?Prüfdatum und gegebenenfalls Gültigkeits- oder Aktualisierungsstatus
Wer hat geprüft?Name des Labors und nachvollziehbare Laborangaben
Was wurde geprüft?Konkrete Parameter und angewandte Prüfmethoden
Deckt der Bericht die Serie ab?Erklärung zur Übereinstimmung von Muster und Serienmaterial
Was passiert bei Änderungen?Verfahren für neue Farben, Stoffe, Komponenten oder Prozesse
Sind alle Komponenten enthalten?Hauptstoff, Futter, Druck, Beschichtung, Garn, Zubehör und Verpackung, soweit relevant
Ist die Zertifizierung übertragbar?Zertifikatsinhaber, Artikelumfang und erlaubte Verwendung im eigenen Vertrieb

Achten Sie auf generische Dokumente ohne Modellbezug, abgelaufene Zertifikate, unleserliche Anhänge oder Berichte, bei denen nur ein Vormaterial genannt wird. Auch ein Laborbericht mit bestandenem Ergebnis sagt nicht automatisch aus, dass jede spätere Produktionscharge identisch ist.

Die Entscheidung über eine erneute Prüfung sollte deshalb an Änderungen gekoppelt werden. Neue Farbe, anderer Stofflieferant, neue Beschichtung oder geänderte Druckfarbe sind typische Auslöser für eine Neubewertung.

Risikobasierten Testplan für Muster und Serie erstellen

Ein guter Prüfplan ist weder pauschal maximal noch unnötig knapp. Er ordnet die Prüfungen den tatsächlichen Risiken des Modells zu.

Stufe 1: Produkt- und Materialprofil erstellen

Vor der Anfrage sollten Sie dokumentieren:

  • Produktart und Schnitt
  • Direkter Hautkontakt
  • Kompressions- oder Formgrad
  • Materiallagen und Faserzusammensetzung
  • Farben und Drucke
  • Beschichtungen, Klebstoffe und Silikon
  • Verschlüsse und Metallteile
  • Zielgruppe und geplante Nutzung
  • Geplante Claims
  • Verkaufsverpackung und Kennzeichnung

Stufe 2: Musterprüfung

Am Entwicklungsmuster sollten Passform, Maße, Nähte, Tragekomfort und Funktion geprüft werden. Chemische Prüfungen sollten auf den tatsächlichen Material- und Farbaufbau abgestimmt sein. Bei mehreren Varianten ist festzulegen, welche Proben repräsentativ sind.

Stufe 3: Vorserien- oder Produktionsfreigabe

Vor der Serienproduktion sollten die freigegebenen Spezifikationen mit dem Produktionsstand verglichen werden. Dazu gehören Materialkarte, Farbstandard, Etikett, Verpackung, Messspezifikation und akzeptierte Toleranzen.

Stufe 4: Serienkontrolle

Für die Serie sollten Stichproben, Prüfintervalle und Freigabekriterien schriftlich festgelegt werden. Bei größeren oder wiederkehrenden Aufträgen kann zusätzlich eine risikobasierte Wareneingangs- oder Drittprüfung sinnvoll sein.

Käuferhilfe: Welche Angaben gehören in eine Angebotsanfrage?

AngabeWarum sie für Zertifikate und Prüfungen wichtig ist
Produkt und SchnittBestimmt Hautkontakt, Belastung und mögliche Claims
Zielmarkt DeutschlandLegt Kennzeichnungs- und Compliance-Anforderungen fest
Material und ReferenzmusterErmöglicht die Auswahl passender Prüfungen
Farben und VariantenVerhindert eine falsche Übertragung von Testergebnissen
GrößenbereichErfordert gegebenenfalls Mess- und Passformprüfung über mehrere Größen
Verpackung und EtikettenMuss zur Ware und zur Kennzeichnung passen
Geplante MengeBeeinflusst Prüfplanung und Serienfreigabe
LieferfensterHilft, Muster-, Prüf- und Freigabeschritte realistisch einzuplanen
Claims und ProdukttexteKönnen die regulatorische Einordnung verändern

S-SHAPER unterstützt OEM-, ODM- und Private-Label-Projekte von der Produktentwicklung bis zur skalierbaren Serienproduktion. Als veröffentlichter Produktionsstartpunkt sind 500 Einheiten pro Projekt angegeben; Modell, Farbe, Größen, Verpackung und kommerzielle Aufteilung werden im Angebot projektbezogen bestätigt. Zertifikate, Prüfparameter und Freigabedokumente sollten ebenfalls immer für das konkrete Projekt verifiziert werden. Einen Überblick zur Produktion und Projektumsetzung bei S-SHAPER finden Sie separat.

FAQ: Zertifikate und Prüfungen für Shapewear

Braucht Shapewear in Deutschland ein CE-Zeichen?

Für gewöhnliche textile Shapewear ist ein CE-Zeichen normalerweise nicht das allgemeine Standardkennzeichen. Eine andere Bewertung kann gelten, wenn das Produkt in einen speziell regulierten Produktbereich fällt, etwa als Medizinprodukt oder persönliche Schutzausrüstung. Die Einordnung hängt von Zweckbestimmung, Konstruktion und Vermarktung ab.

Ist OEKO-TEX für den Verkauf in Deutschland Pflicht?

Nein. OEKO-TEX STANDARD 100 ist grundsätzlich eine freiwillige Zertifizierung. Gesetzliche Anforderungen wie korrekte Textilkennzeichnung und chemische Produktsicherheit bestehen unabhängig davon.

Reicht ein REACH-Zertifikat vom Lieferanten aus?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Inhalt, Aktualität und Geltungsbereich des Dokuments. Es muss zur konkreten Materialzusammensetzung, Farbe, Ausrüstung und Serienware passen. Zusätzlich können eigene oder unabhängige Laborprüfungen sinnvoll sein.

Muss jede Farbe einzeln getestet werden?

Das hängt von Material, Farbstoffen, Druck, Beschichtung und dem Prüfkonzept ab. Eine Farbe kann nicht ohne Weiteres alle anderen Varianten repräsentieren. Der Lieferant oder das Labor sollte schriftlich erklären, welche Varianten vom Bericht abgedeckt sind.

Wie lange ist ein Prüfbericht gültig?

Ein Prüfbericht hat nicht immer eine einheitliche gesetzliche „Gültigkeitsdauer“. Seine Aussagekraft hängt davon ab, ob Material, Lieferkette, Prozess, Farbe und Produkt unverändert geblieben sind. Änderungen können eine neue Prüfung erforderlich machen.

Welche Unterlagen sollte ein Käufer vor der Bestellung erhalten?

Mindestens sinnvoll sind Material- und Faserangaben, ein Kennzeichnungsentwurf, vorhandene relevante Prüfberichte, Angaben zu Zertifikatsumfang und Gültigkeit sowie eine Übersicht geplanter Komponenten. Bei Claims sollte zusätzlich eine Prüfung der Werbeaussagen erfolgen.

Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Lieferant falsche Dokumente liefert?

Die Verantwortungsverteilung hängt von Vertrag, Lieferkette und Rolle im Vertrieb ab. Ein Händler oder Markeninhaber sollte sich deshalb nicht ausschließlich auf mündliche Zusagen verlassen. Die bestellte Ware, die Produktkennzeichnung und die Compliance-Dokumentation sollten nachvollziehbar zusammenpassen. Für eine verbindliche rechtliche Bewertung ist aktuelle Fachberatung erforderlich.

Was sollte ich für eine projektbezogene Prüfung vorbereiten?

Senden Sie Produktart, Referenzbilder oder Muster, Zielmarkt, geplante Menge, Größenbereich, Materialangaben, Farben, Verpackungsanforderungen, Claims und gewünschtes Lieferfenster. Damit kann der Prüf- und Dokumentationsbedarf wesentlich genauer eingegrenzt werden.

Wenn Sie ein Shapewear-Projekt für Deutschland bewerten, können Sie diese Angaben zusammen mit Material- oder Produktreferenzen für eine projektbezogene Prüfung und Angebotsanfrage bereitstellen. Lassen Sie sich dabei konkret bestätigen, welche Nachweise für Modell, Farben, Komponenten, Kennzeichnung und Serienproduktion gelten.

S-SHAPER-Team für Produktentwicklung und Fertigung

Über den Autor

Über S-SHAPER Deutschland

S-SHAPER Deutschland verbindet Produktidee, technische Entwicklung und Beschaffung. Wir arbeiten mit Unternehmen, die ein eigenes Sortiment aufbauen, weiterentwickeln oder verlässlich ergänzen möchten.

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