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19. Aug. 2026·S-SHAPER Redaktion

Shapewear-Verkaufspreis kalkulieren: DTC und Handel

So kalkulieren Shapewear-Marken ihren Verkaufspreis aus Landed Cost, Gebühren, Retouren, Rabatten, Marge und Akquisekosten – mit Formeln.

Shapewear-Verkaufspreis kalkulieren: DTC und Handel
Inhaltsverzeichnis
  1. Quick Answer: How do you calculate a shapewear selling price?
  2. EXW-/FOB price into a complete landed cost
  3. Information to include in a supplier quotation request
  4. Account for duty, freight, packaging and fulfilment
  5. Freight and customs
  6. Fulfilment
  7. Deduct VAT, payment fees and marketplace costs
  8. Build returns, discounts and defects into the percentages
  9. Distinguish DTC margin, wholesale margin and retailer mark-up
  10. DTC
  11. Großhandel
  12. Margin is not the same as mark-up
  13. Develop a Good-Better-Best and bundle price architecture
  14. Include acquisition costs and break-even ROAS
  15. Create sensitivity calculations for quantity, returns and advertising
  16. Approval gate before placing an order
  17. FAQ: shapewear selling price and margin
  18. Should I base the retail price on EXW or FOB cost?
  19. Should VAT be included in my margin calculation?
  20. What is a reasonable shapewear margin?
  21. How should I price for wholesale?
  22. Should returns be treated as a percentage of sales?
  23. Does a lower MOQ always reduce the selling price?
  24. What should a supplier confirm before I approve the quotation?

Quick Answer: Wie kalkuliert man den Verkaufspreis für Shapewear?

Wenn Sie den Shapewear-Verkaufspreis kalkulieren, reicht der Stückpreis des Herstellers nicht aus. Für eine belastbare Preisentscheidung brauchen Sie mindestens:

  1. den Produktpreis auf EXW- oder FOB-Basis,
  2. Transport-, Zoll-, Verpackungs- und Fulfillmentkosten,
  3. Umsatzsteuer und Zahlungsgebühren,
  4. erwartete Retouren, Rabatte und Ausschuss,
  5. Vertriebskosten wie Marktplatzgebühren oder Händlerkonditionen,
  6. Zielmarge und gegebenenfalls Kosten für die Kundenakquise.

Eine einfache Grundformel lautet:

Verkaufspreis netto = Gesamtkosten pro verkaufter Einheit ÷ (1 − Zielmarge)

Für einen DTC-Verkauf müssen zusätzlich variable Vertriebskosten und Akquisekosten berücksichtigt werden. Im Wholesale-Geschäft wird dagegen vom empfohlenen Endverbraucherpreis rückwärts kalkuliert: Händler und gegebenenfalls Distributoren benötigen jeweils ihren eigenen Aufschlag.

Diese Kalkulation gilt für Shapewear-Projekte wie Bodys, Shorts, Taillenformer, Leggings oder BH-ähnliche Modelle, die über den eigenen Onlineshop, Marktplätze, stationäre Händler oder Distributoren verkauft werden. Vor einer Angebotsanfrage sollten Sie daher Produktart, Zielmarkt, Menge, Größensystem, Farbvarianten, Verpackung, Lieferfenster und geplante Vertriebskanäle festlegen.

Welche Angaben in eine Angebotsanfrage gehören

EingabeKonkretisieren vor der Anfrage
ProduktModell, Referenz, Funktion, gewünschter Formgrad, Trageanlass
GrößenGrößensystem, Größenlauf, Größensplit, Sondergrößen
VariantenFarben, Materialwunsch, Branding, Etiketten
MengeGesamtmenge sowie Aufteilung nach Modell, Farbe und Größe
VerpackungEinzelverpackung, Beileger, Kartonkonfiguration, Kennzeichnung
Lieferunggewünschter Zielort, Lieferfenster, Importverantwortung
Vertriebeigener Shop, Marktplatz, Handel, Distributor oder Kombination
Kalkulationsbasisgewünschte Incoterms wie EXW oder FOB sowie Zielwährung

S-SHAPER unterstützt OEM-, ODM- und Private-Label-Projekte von der Produktentwicklung bis zur Serienproduktion. Als veröffentlichter Produktionsstartpunkt gelten 500 Einheiten pro Projekt. Das konkrete Modell, Farben, Größen, Verpackung und die kommerzielle Aufteilung müssen im Angebot bestätigt werden.

EXW-/FOB-Preis in einen vollständigen Landed Cost überführen

Der Herstellerpreis ist nur eine Kostenkomponente. Für die Preisplanung zählt der Landed Cost, also die tatsächlich anfallende Kostenbasis bis zum definierten Lager- oder Fulfillmentstandort.

Eine geeignete Struktur ist:

Landed Cost pro Einheit = Produktpreis + Exportkosten + Transport + Versicherung + Zoll + Einfuhrabgaben + Importabwicklung + Verpackungs- und Lagerkosten

Die genaue Zusammensetzung hängt vom vereinbarten Incoterm ab.

  • EXW: Der Käufer übernimmt typischerweise mehr Schritte ab Werk, etwa Abholung, Exportabwicklung und Transport. Prüfen Sie, welche Positionen im Angebot tatsächlich enthalten sind.
  • FOB: Bestimmte Kosten bis zur Verschiffung beziehungsweise Übergabe an Bord sind in der Regel anders verteilt als bei EXW. Auch hier muss das Angebot die konkrete Leistungsabgrenzung nennen.
  • Weitere Lieferkonditionen: Bei anderen Incoterms können Transport, Versicherung, Importabfertigung oder Zustellung bereits teilweise enthalten sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Kosten bis ins deutsche Lager abgedeckt sind.

Verlangen Sie für jede Angebotsposition eine klare Angabe:

  • Preisbasis und Incoterm,
  • Währung und Gültigkeitsdauer,
  • enthaltene und nicht enthaltene Leistungen,
  • Verpackungsannahmen,
  • Mindestmenge,
  • Aufteilung nach Modell, Farbe und Größe,
  • mögliche Einmalkosten für Entwicklung, Muster oder Werkzeuge,
  • Annahmen zu Kartonmaß, Gewicht und Versandweg.

Einmalige Kosten von Stückkosten trennen

Muster, technische Entwicklung, Anpassungen, Verpackungsdesign oder einmalige Formen können die erste Bestellung stark beeinflussen. Für eine langfristige Preisstrategie sollten Sie diese Kosten separat erfassen:

Stückkosten im ersten Auftrag = variable Gesamtkosten + anteilige Einmalkosten

Wenn eine Einmalkostenposition auf mehrere geplante Produktionslose verteilt wird, sollte die Kalkulation zeigen, wie sich der Stückpreis bei unterschiedlichen Mengen verändert. Für die Entscheidung zwischen Kleinserie und größerem Auftrag ist eine Kalkulation der wichtigsten Kostenfaktoren in der Shapewear-Produktion hilfreich.

Zoll, Fracht, Verpackung und Fulfillment berücksichtigen

Zoll und Fracht werden oft zu spät in den Verkaufspreis eingerechnet. Besonders bei mehreren Farben, Größen oder Verpackungsformaten können Gewichts- und Volumenannahmen die Kalkulation verändern.

Typische Kostenblöcke

Fracht: Vergleichen Sie nicht nur den Gesamtbetrag, sondern auch die Kosten pro verkaufsfähiger Einheit. Teilen Sie eine Sendung nicht durch die bestellte Menge, wenn ein Teil als Muster, Ausschuss oder Sicherheitsbestand eingeplant ist.

Zoll und Einfuhrabgaben: Die Höhe hängt unter anderem von der zolltariflichen Einreihung, dem Warenwert und dem Ursprungsland ab. Die Einreihung sollte nicht pauschal aus einer ähnlichen Ware übernommen werden. Lassen Sie die für Ihr konkretes Produkt maßgeblichen Angaben prüfen.

Importabwicklung: Speditions-, Dokumentations- und Abfertigungsgebühren können als Sendungspauschale anfallen. Verteilen Sie diese auf die tatsächlich importierte Menge.

Verpackung: Einzelverpackung, Versandkarton, Etiketten, Einleger und zusätzliche Schutzmaterialien gehören in die Kostenrechnung. Auch Änderungen an der Verpackung können Mindestmengen oder neue Freigaben auslösen.

Fulfillment: Lagerannahme, Einlagerung, Pick-and-Pack, Versandmaterial, Versand, Nachnahme- oder Zahlungsoptionen und Retourenbearbeitung können getrennte Positionen sein. Fragen Sie, ob die Kosten je Bestellung, je Artikel, je Paket oder prozentual berechnet werden.

Eine praktische Formel lautet:

Lagerkostenbasis = Landed Cost + Wareneingang + Einlagerung + erwartete Fulfillmentkosten

Für DTC sollten Sie außerdem unterscheiden zwischen:

  • Kosten pro Bestellung,
  • Kosten pro Artikel,
  • Kosten für zusätzliche Artikel im selben Paket,
  • Versandkosten bei Einzelbestellungen,
  • Versandkosten bei Bundles,
  • Retourenprüfung und Wiedereinlagerung.

Das ist wichtig, weil ein Bundle mit zwei oder drei Artikeln nicht automatisch die dreifachen Versandkosten verursacht, aber zusätzliche Pick-and-Pack- oder Verpackungskosten auslösen kann.

Umsatzsteuer, Payment-Gebühren und Marktplatzkosten abziehen

Der Endkundenpreis ist in Deutschland normalerweise ein Bruttopreis. Für die Margenkalkulation müssen Sie ihn zunächst auf den relevanten Nettoumsatz zurückführen.

Nettoumsatz = Bruttoverkaufspreis ÷ (1 + anzuwendender Umsatzsteuersatz)

Für viele reguläre Konsumgüter gilt in Deutschland der allgemeine Umsatzsteuersatz. Die konkrete steuerliche Behandlung, insbesondere bei grenzüberschreitenden Verkäufen, sollte jedoch mit der Steuerberatung und anhand der aktuellen offiziellen Vorgaben geprüft werden. Dieser Beitrag ist keine Steuerberatung.

Danach ziehen Sie variable Gebühren ab:

Deckungsbeitrag vor Marketing = Nettoumsatz − Payment-Gebühr − Marktplatzgebühr − Fulfillment − variable Produktkosten

Payment-Gebühren können sich aus einem Prozentsatz und einem festen Betrag pro Transaktion zusammensetzen. Bei kleinen Warenkörben wirkt sich der fixe Anteil stärker aus. Rechnen Sie deshalb nicht nur mit einem prozentualen Durchschnitt.

Marktplatzkosten können unter anderem beinhalten:

  • Verkaufsprovision,
  • Zahlungsabwicklung,
  • Programm- oder Kontogebühren,
  • Kosten für Versandprogramme,
  • Werbekosten innerhalb des Marktplatzes,
  • Retouren- oder Servicekomponenten.

Entscheidend ist, auf welche Bezugsgröße die jeweilige Gebühr angewendet wird. Manche Gebühren beziehen sich auf den Verkaufspreis, andere auf Versandkosten, den Warenwert oder einen vertraglich definierten Nettobetrag. Verwenden Sie die aktuellen Vertragsbedingungen Ihres Kanals.

Retouren, Rabatte und Ausschuss als Quoten einbauen

Eine Kalkulation mit dem vollen Listenpreis und ohne Retouren ist für Shapewear meist zu optimistisch. Passform, Kompression, Größenerwartung und subjektives Tragegefühl können die Retourenquote stark beeinflussen. Die tatsächliche Quote muss aus Ihren eigenen Verkaufsdaten oder aus einem konservativen Planwert entstehen.

Retourenkosten nicht mit dem Umsatzverlust verwechseln

Eine Retoure verursacht mindestens zwei verschiedene Effekte:

  1. Der ursprüngliche Umsatz kann entfallen oder teilweise rückerstattet werden.
  2. Es entstehen zusätzliche Kosten für Rücktransport, Prüfung, Aufbereitung, Wiedereinlagerung oder Abschreibung.

Eine vereinfachte Rechnung lautet:

Erwartete Retourenkosten je Bestellung = Retourenquote × Kosten je Retoure

Wenn retournierte Ware nicht wieder verkauft werden kann, kommt hinzu:

Retourenabschreibung = Anteil nicht wiederverkaufsfähiger Retouren × Kostenbasis

Die Annahmen sollten nach Produkt, Größe und Verkaufskanal getrennt werden. Ein Kompressionsbody kann ein anderes Retourenprofil haben als eine weniger formende Shorts.

Rabatte und Ausschuss als Durchschnittskosten

Rabatte gehören in die Preisarchitektur, nicht erst in die Monatsauswertung. Wenn regelmäßig Aktionen geplant sind, kalkulieren Sie mit einem gewichteten Durchschnittspreis:

Durchschnittlicher Verkaufspreis = Anteil Vollpreis × Vollpreis + Anteil Rabattgeschäft × rabattierter Preis

Auch Ausschuss sollte nicht nur als Produktionsproblem betrachtet werden. Relevante Kategorien sind:

  • Ausschuss bei der Produktion,
  • beschädigte Ware im Transport,
  • Ware mit Verpackungsfehlern,
  • nicht verkaufsfähige Retouren,
  • Abschriften aufgrund von Überbeständen oder Farbwechseln.

Der entsprechende Planwert kann als prozentualer Aufschlag auf die Beschaffungskosten oder als separate Kostenquote geführt werden. Wichtig ist, die Methode konstant anzuwenden und später mit den Ist-Daten abzugleichen.

DTC-Marge, Wholesale-Marge und Händleraufschlag unterscheiden

Der gleiche Endverbraucherpreis kann für DTC und Handel zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen. Der Grund: Im DTC bleiben mehr Umsatz und mehr operative Aufgaben bei der Marke. Im Wholesale wird ein Teil der Marge an Händler oder Distributoren abgegeben, während bestimmte Verkaufskosten entfallen oder sinken können.

KanalPreisbasisTypische zusätzliche KostenZentrale Kennzahl
DTC-ShopEndkundenpreis brutto und nettoPayment, Fulfillment, Retouren, MarketingDeckungsbeitrag nach Akquise
MarktplatzEndkundenpreisProvision, Zahlungsabwicklung, Marktplatzwerbung, RetourenDeckungsbeitrag je Bestellung
WholesaleEinkaufspreis des HändlersVertrieb, Muster, Konditionen, gegebenenfalls LogistikMarge je verkauftem B2B-Stück
Distributorniedrigerer B2B-Preiszusätzliche Handelsstufe, größere Mengen, weniger direkte KontrolleBeitrag nach Vertriebsebene

Rückwärts vom empfohlenen Endkundenpreis rechnen

Im Handel ist häufig der Endkundenpreis der Ausgangspunkt. Die Rechnung kann vereinfacht so aussehen:

Einkaufspreis Händler = Netto-Endkundenpreis × (1 − Händlerzielmarge)

Wenn ein Distributor beteiligt ist, kann eine weitere Stufe hinzukommen:

Markenabgabepreis = Netto-Endkundenpreis × (1 − Händlerzielmarge) × (1 − Distributorzielmarge)

Das ist nur ein Modell. In der Praxis können Margen auf unterschiedliche Weise definiert werden: als Aufschlag auf den Einkaufspreis oder als Anteil am Verkaufspreis. Diese Begriffe dürfen nicht verwechselt werden.

  • Aufschlag: Gewinn ÷ Einkaufspreis
  • Marge: Gewinn ÷ Verkaufspreis

Für eine B2B-Entscheidung sollten Sie zusätzlich Zahlungsziele, Mindestbestellmengen, Nachorder, Werbekostenzuschüsse, Retourenvereinbarungen und Lieferkonditionen prüfen.

Preisarchitektur für Good-Better-Best und Bundles entwickeln

Eine tragfähige Preisarchitektur verhindert, dass jedes Modell isoliert kalkuliert wird. Für Shapewear kann eine Good-Better-Best-Struktur beispielsweise nach Formgrad, Materialausstattung, Verarbeitungsdetails, Komfort oder Produktumfang aufgebaut werden.

  • Good: klarer Basiseinstieg mit begrenzter Ausstattung,
  • Better: ausgewogene Kernposition für den größten Teil der Zielgruppe,
  • Best: höherer Funktions- oder Komfortumfang für eine kleinere, zahlungsbereitere Zielgruppe.

Die Stufen sollten aus Kundensicht verständlich sein. Ein höherer Preis braucht einen nachvollziehbaren Mehrwert, etwa eine andere Konstruktion, zusätzliche Funktionen oder eine hochwertigere Präsentation. Verwenden Sie keine Leistungsversprechen, die nicht durch Produktdaten oder Freigaben belegt sind.

Bundles richtig kalkulieren

Ein Bundle kann den durchschnittlichen Bestellwert erhöhen, aber nur dann die Marge verbessern, wenn die zusätzlichen Kosten berücksichtigt werden:

Bundle-Deckungsbeitrag = Bundle-Nettoumsatz − Produktkosten aller Artikel − zusätzliche Gebühren − Fulfillment − Rabattkosten − erwartete Retourenkosten

Prüfen Sie insbesondere:

  • Wird das Bundle als eigener Artikel kommissioniert?
  • Entstehen zusätzliche Verpackungskosten?
  • Wird der Rabatt auf alle Artikel oder nur auf den günstigeren Artikel angewendet?
  • Wie wird eine Teilretoure behandelt?
  • Bleibt die Preislogik bei unterschiedlichen Größen und Farben nachvollziehbar?

Akquisekosten und Break-even-ROAS mitdenken

Ein DTC-Preis kann auf dem Papier profitabel wirken und nach Werbekosten unprofitabel sein. Für die Beurteilung brauchen Sie den Deckungsbeitrag vor Akquisition.

Maximal tragfähige Akquisekosten je Bestellung = Deckungsbeitrag vor Marketing

Liegt der tatsächliche Customer Acquisition Cost, kurz CAC, darüber, verliert die Erstbestellung auf variabler Ebene Geld. Das kann bei einem kalkulierten Customer Lifetime Value strategisch vertretbar sein, sollte aber bewusst entschieden werden.

Der Break-even-ROAS lässt sich näherungsweise so berechnen:

Break-even-ROAS = Werbeumsatz ÷ maximal tragfähige Werbekosten

Oder bei einer prozentualen Deckungsbeitragsquote:

Break-even-ROAS = 1 ÷ Deckungsbeitragsquote vor Werbung

Beispiel ohne konkrete Marktpreise: Wenn nach Umsatzsteuer, Produkt-, Fulfillment-, Payment-, Marktplatz- und Retourenkosten 40 Prozent des Nettoverkaufswerts als Beitrag für Marketing und Gewinn verbleiben, liegt der rechnerische Break-even-ROAS bei 2,5. Für einen Zielgewinn muss der tatsächliche ROAS darüber liegen. Die Rechnung berücksichtigt noch nicht automatisch Fixkosten, Personal, Software, Lagerfinanzierung oder Steuern auf den Unternehmensgewinn.

Für die Einkaufsentscheidung ist deshalb die Frage entscheidend: Welche Akquisekosten darf eine Bestellung tragen, ohne dass die geplante Zielmarge unterschritten wird?

Sensitivitätsrechnung für Menge, Retouren und Werbekosten erstellen

Eine einzelne Kalkulation erzeugt Scheingenauigkeit. Besser ist eine Sensitivitätsrechnung mit mindestens drei Szenarien:

  • Basis: realistische Planannahmen,
  • Vorsichtig: höhere Retouren, geringere Menge, teurere Akquisition,
  • Positiv: bessere Conversion, niedrigere Retouren oder effizientere Logistik.

Verändern Sie jeweils nur eine oder wenige Variablen, damit der Einfluss erkennbar bleibt.

VariableFrage für die Entscheidung
BestellmengeWie verändert sich der Stückpreis bei kleinerem oder größerem Los?
Größen- und FarbaufteilungEntstehen Überbestände in einzelnen Varianten?
FrachtWie empfindlich ist die Marge bei höheren Transportkosten?
RetourenquoteAb welcher Quote wird das Modell kritisch?
RabattanteilWie viel Umsatz wird tatsächlich zum Listenpreis erzielt?
WerbekostenWelcher CAC ist maximal tragfähig?
Wholesale-AnteilReicht der Preis nach Händler- oder Distributormarge?
AusschussWie stark wirkt sich ein höherer nicht verkaufsfähiger Anteil aus?

Buyer-Ready-Go/No-Go-Matrix

PrüffrageGo, wenn …Vor Angebotsfreigabe klären
KostenbasisLanded Cost vollständig und je Einheit nachvollziehbar istIncoterm, Fracht, Zoll, Abfertigung
ProduktPassform, Maße, Material und Muster freigegeben sindGrößentabelle, Toleranzen, Prüfprozess
MengeMengenaufteilung zum Absatzplan passtMindestmenge je Modell, Farbe und Größe
KanalDTC- und B2B-Preise dieselbe Zielmarge ermöglichenGebühren, Rabatte, Zahlungsziele
RetourenPlanquote und Bearbeitungskosten eingerechnet sindWiederverkaufsfähigkeit und Abschreibung
VerpackungVerpackungs- und Kennzeichnungskosten bestätigt sindfinale Spezifikation und Mindestmengen
CashflowAnzahlung, Restzahlung und Lagerfinanzierung tragbar sindZahlungsplan und Produktionsmeilensteine

Ein Lieferantenangebot ist erst dann entscheidungsreif, wenn nicht nur ein Stückpreis, sondern auch die zugrunde liegenden Annahmen dokumentiert sind. Fordern Sie bei abweichenden Szenarien eine aktualisierte Aufschlüsselung statt einer bloßen Gesamtsumme.

FAQ: Shapewear-Verkaufspreis und Marge

Wie hoch sollte die Marge bei Shapewear sein?

Eine allgemeingültige Zielmarge gibt es nicht. Sie hängt von Produktpositionierung, Retouren, Vertriebskanal, Werbekosten, Fixkosten und Wiederkaufsrate ab. Berechnen Sie mindestens den Deckungsbeitrag pro Kanal und prüfen Sie anschließend, ob daraus noch ein ausreichender Beitrag zu den Unternehmensfixkosten entsteht.

Soll ich vom Herstellerpreis oder vom Endkundenpreis ausgehen?

Für DTC können Sie vom vollständigen Landed Cost plus Zielmarge ausgehen. Für Wholesale ist eine Rückwärtskalkulation vom realistischen Netto-Endkundenpreis oft sinnvoller, weil Händler- und Distributormargen den maximal möglichen Einkaufspreis begrenzen.

Werden Zoll und Umsatzsteuer in den Landed Cost eingerechnet?

Das hängt vom Zweck der Kennzahl ab. Für die operative Beschaffung sollten alle tatsächlich zahlungswirksamen Import- und Logistikkosten sichtbar sein. Erstattbare Vorsteuer wird in internen Kalkulationen häufig getrennt behandelt. Die steuerliche Behandlung sollte für Ihr Unternehmen und Ihre Lieferkette fachlich geprüft werden.

Wie kalkuliere ich einen Rabatt?

Nehmen Sie nicht nur den rabattierten Preis als Ausnahme an. Schätzen Sie den Anteil der Verkäufe mit Rabatt und bilden Sie daraus einen gewichteten Durchschnittspreis. Berücksichtigen Sie außerdem, ob der Rabatt die Payment-, Marktplatz- oder Provisionsbasis verändert.

Wie viel Sicherheitsmarge sollte ich einplanen?

Statt einen beliebigen Prozentsatz aufzuschlagen, identifizieren Sie die unsicheren Positionen: Fracht, Retouren, Ausschuss, Wechselkurs, Nacharbeit und Werbekosten. Modellieren Sie diese Positionen in einem vorsichtigen Szenario und dokumentieren Sie, welche Annahmen später durch Ist-Daten ersetzt werden.

Welche Informationen muss ein Lieferant für eine belastbare Kalkulation erhalten?

Mindestens Modell oder Referenz, Material- und Funktionswunsch, Größenlauf, Farben, Mengen je Variante, Branding, Verpackung, Zielmarkt, Zielort, gewünschter Liefertermin und geplanter Vertriebskanal. Für eine Planung von Mindestmengen nach Modell, Farbe und Größe sollten Sie die erwartete Absatzverteilung möglichst konkret angeben.

Kann ich mit einer einheitlichen Marge für alle Größen rechnen?

Nur bedingt. Unterschiedliche Größen können durch Materialverbrauch, Verpackung, Ausschuss oder Nachfrage unterschiedlich teuer sein. Ob eine Mischkalkulation sinnvoll ist, hängt von Ihrem Sortiment und der Mengenverteilung ab. Lassen Sie sich auffällige Größen- oder Variantenaufschläge ausdrücklich bestätigen.

Welche Kosten werden bei Marktplätzen am häufigsten übersehen?

Neben der Verkaufsprovision werden häufig interne Werbekosten, Zahlungsabwicklung, Versandprogramme, Retouren, Lagerung und Servicegebühren unterschätzt. Prüfen Sie immer die Gebührenstruktur des konkreten Marktplatzkontos und rechnen Sie mit dem tatsächlichen Bestellwert.

Wie bereite ich die nächste Angebotsanfrage vor?

Erstellen Sie ein Datenblatt mit Produktart, Referenz oder Skizze, Zielmarkt, Menge, Größen und Farben, Materialanforderungen, Verpackung, Branding, Lieferfenster und Zielort. Ergänzen Sie Ihre geplanten Verkaufskanäle und die gewünschte Preisbasis, etwa EXW oder FOB.

Wenn Sie ein Projekt prüfen, können Sie diese Angaben mit einer geplanten Mengenaufteilung, vorhandenen Produktreferenzen und Ihren Vertriebsannahmen zusammenführen. Für E-Commerce-Prozesse und mögliche Fulfillment-Strukturen bietet außerdem die Übersicht zu E-Commerce-Lösungen für Marken einen passenden nächsten Orientierungspunkt. S-SHAPER kann auf Basis von Produktart, Zielmarkt, Menge, Größenbereich, Materialien oder Referenzen, Verpackung und Lieferfenster prüfen, welche Angaben für ein projektspezifisches Angebot noch benötigt werden.

S-SHAPER-Team für Produktentwicklung und Fertigung

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Über S-SHAPER Deutschland

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